Digitale Medien, soziale Netzwerke und Online-Kommunikationsräume spielen eine zunehmend zentrale Rolle in Radikalisierungsprozessen junger Menschen, auch im Kontext von Straffälligkeit. Die Veranstaltung beleuchtet, wie Medienkompetenz und digitale Mündigkeit als Schutzfaktoren wirken können und welche praktischen Ansatzpunkte sich daraus für die Arbeit im Strafvollzug und in der Bewährungshilfe ergeben.
Auf Basis aktueller Forschung, unter anderem eigener qualitativer Interviews mit inhaftierten und haftentlassenen Personen mit extremistischem Hintergrund, stellt der Referent Steven Avanzato-Driesner Befunde zur Rolle von Medienbildung in individuellen Radikalisierungs- und Distanzierungsbiografien vor. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Theorie, sondern der Transfer in die pädagogische und präventive Praxis: Welche Anknüpfungspunkte bieten digitale Ansätze für die tägliche Arbeit mit jungen Inhaftierten oder Proband*innen der Bewährungshilfe? Wo liegen Grenzen und Herausforderungen?
Neben fachlichen Impulsen bietet die Veranstaltung bewusst Raum für kollegialen Austausch. Teilnehmende sind eingeladen, eigene Erfahrungen, Fragen und Herausforderungen aus ihrer Praxis einzubringen und gemeinsam zu diskutieren.
Dr. phil. Steven Avanzato-Driesner ist Polizeioberkommissar beim LKA Berlin (Zentralstelle für Prävention), Lehrbeauftragter für Kriminologie an der HWR Berlin sowie Demokratie- und Medienpädagoge mit den Forschungsschwerpunkten Medienbildung, digitale Mündigkeit und Radikalisierungsprävention. Seine Dissertation zur Medienkritikfähigkeit und Radikalisierungsgefährdung bei jungen Menschen beruht auf qualitativen Interviews mit inhaftierten und haftentlassenen Personen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Berlin.
Anmeldungen zur Online-Fortbildung richten Sie bitte unter kurzer Nennung Ihres beruflichen Hintergrundes und ggf. Ihres spezifischen thematischen Anliegens an: hallo@ag-strafvollzug-und-bewaehrungshilfe.de